Wildbiene auf einer violetten Blüte einer heimischen Wildstaude

Nachhaltigkeit

Heimische Pflanzen für mehr Biodiversität im Garten

Rund 500 Wildbienenarten leben in Wien. Welche heimischen Sträucher und Wildstauden ihnen und den Gartenvögeln Nahrung bieten, zeigt die Übersicht mit Blütezeiten.

Heimische Pflanzen fördern die Artenvielfalt, weil Wildbienen, Schmetterlingsraupen und Vögel genau auf sie eingestellt sind. Am meisten bewirken Sie mit einer Mischung aus heimischen Sträuchern und Wildstauden, die vom Spätwinter bis in den Herbst nacheinander blühen, und einem Garten, in dem nicht jede Ecke aufgeräumt ist.

Warum heimische Pflanzen den Unterschied machen

In Wien leben laut Stadt Wien rund 500 Wildbienenarten, in ganz Österreich sind es laut Umweltberatung etwa 700. Viele davon sind auf Pollen und Nektar heimischer Wildpflanzen angewiesen. Die Wiener Umweltschutzabteilung formuliert es auf ihrer Seite zur Insektenförderung deutlich: Exotische Pflanzen haben für Wildbienen und andere heimische Insekten keinen ökologischen Wert, ebenso wenig ein kurz geschnittener Rasen.

Ein zweiter Punkt sind gefüllte Blüten. Sie sehen üppig aus, bieten aber kaum oder gar keinen Pollen und Nektar. Achten Sie beim Kauf daher auf einfache, ungefüllte Blüten, auch bei Rosen und Sommerblumen.

Heimische Gehölze haben zudem einen praktischen Vorteil. Die Broschüre Heimische Gehölze im Garten der Umweltberatung beschreibt sie als bestens an das hiesige Klima angepasst, robuster und pflegeleichter als Ziergehölze aus fernen Ländern. Laut derselben Broschüre leben in einer Hainbuche bis zu 30 Insektenarten, in der Hasel 70 und in einer heimischen Eiche bis zu 300.

Heimische Pflanzen für Ostösterreich

Die folgende Tabelle kombiniert Sträucher aus der Umweltberatungs-Broschüre mit Wildstauden aus der Staudenliste von Natur im Garten für die Klimaregion Weinviertel/Südmähren, die an Wien angrenzt. Die Stauden dieser Liste sind laut Natur im Garten für trockene Standorte gut geeignet und widerstandsfähig gegenüber Hitze und Trockenheit.

Pflanze Typ Blütezeit Nutzen für Insekten und Vögel
Sal-Weide (Salix caprea) Strauch/Baum ab Februar eine der wichtigsten Bienenpflanzen im Frühjahr
Kornelkirsche (Cornus mas) Strauch zeitiges Frühjahr Blüten für Bienen, Hummeln, Wildbienen; Früchte für Kernbeißer, Gimpel, Siebenschläfer
Schlehe (Prunus spinosa) Strauch März/April Brutplatz mit Katzenschutz; Raupenfutter für Segelfalter und Schlehen-Zipfelfalter; Beeren für Vögel
Gold-Wolfsmilch (Euphorbia polychroma) Staude April–Mai Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge
Felsenbirne (Amelanchier ovalis) Strauch April/Mai Blüten für Insekten, Beeren als Vogelfutter
Eingriffeliger Weißdorn (Crataegus monogyna) Strauch Mai/Juni Nektar für Insekten; dornig, daher idealer Nistplatz; Früchte im Herbst und Winter
Wiesensalbei (Salvia pratensis) Staude Mai–August Wildbienen, Hummeln, Käfer
Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum) Staude Mai–September Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer
Heckenrose (Rosa canina) Strauch Juni/Juli Wildbienen, Schmetterlinge, Schwebfliegen; Brutplatz; Hagebutten bis in den Winter
Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) Staude (zweijährig) Juni–Oktober Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Vögel
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) Staude Juni–Oktober Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer, Vögel
Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum) Staude Juni–September Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer
Echter Dost (Origanum vulgare) Staude Juli–September Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer
Berg-Aster (Aster amellus) Staude Juni–Oktober Wildbienen, Schmetterlinge, Fliegen, Vögel
Gelbe Skabiose (Scabiosa ochroleuca) Staude Juli–November Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge

Wer die Pflanzen so kombiniert, dass immer etwas blüht, erfüllt die zentrale Empfehlung der Umweltberatung: vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst ein durchgehendes Blütenangebot. Bei der Auswahl und Zusammenstellung für Ihren Standort hilft die Pflanzenberatung.

Sträucher als Nahrung und Kinderstube für Vögel

Für Vögel zählen vor allem Sträucher mit Früchten und dichtem, dornigem Wuchs. Die Umweltberatung nennt im Beitrag Ein Garten für Vögel Heckenrose, Weißdorn, Schwarzen Holunder, Gemeinen Schneeball, Schlehe, Felsenbirne, Vogelbeere und Pfaffenkapperl als besonders wertvoll. Ihre Früchte sind Nahrung im Herbst und Winter, ihre Blüten locken Insekten an, mit denen Vögel ihre Jungen füttern. Dornige Arten wie Heckenrose, Brombeere und Weißdorn schützen Nester vor Katzen und Mardern.

Für Sichtschutzhecken empfiehlt BirdLife Österreich heimische Alternativen zum Kirschlorbeer, der als potenziell invasiv gilt und ökologisch wenig bietet: Liguster, Weißdorn und Eibe. Der Liguster blüht duftend weiß, seine schwarzen Beeren fressen unter anderem Amseln, Rotkehlchen und Gimpel.

Beerentragende Sträucher schneiden Sie erst, wenn sie abgeerntet sind, und nie während der Brutzeit von März bis August. Mehr dazu im Ratgeber Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt?.

Wildstauden richtig pflanzen und pflegen

Natur im Garten gibt in der Staudenliste klare Hinweise für die Anlage:

  • Standort: sonnig bis halbschattig, der Boden eher nährstoffarm. Auf eine Düngung können Sie daher verzichten.
  • Pflanzzeit: Frühling oder Herbst. Frühlingsblüher werden im Herbst gesetzt, in Gruppen über die Fläche verteilt.
  • Vorbereitung: Die Fläche vorher sorgfältig von Beikräutern befreien, nach dem Setzen einwässern und mit Mulch abdecken. Kein Vlies unter die Mulchschicht legen, es kann das Staudenwachstum hemmen.
  • Gießen: nur in den ersten Wochen nach der Pflanzung, wenn Frühjahr oder Herbst zu trocken sind. Danach ist bei trockenheitsverträglichen heimischen Arten keine Bewässerung mehr nötig.
  • Rückschnitt: abgestorbene Pflanzenteile erst im Frühling entfernen.
  • Selbstaussaat zulassen: Zweijährige wie Natternkopf oder Königskerze verschwinden am ursprünglichen Platz und säen sich anderswo neu aus. Beim Jäten daher genau hinschauen.

Lebensräume schaffen, nicht nur Blüten

Nahrung allein reicht nicht. Viele Wildbienen nisten im Boden und brauchen offene, oft sandige Stellen. Andere nutzen laut Stadt Wien Mauerritzen, Fraßgänge von Käfern in morschen Wurzelstöcken oder die Stängel von Stauden, die über den Winter stehen bleiben. Die Umweltberatung nennt verholzte Stängel von Brombeere, Himbeere, Königskerze oder Beifuß, die bis zum nächsten Jahr stehen bleiben sollten.

Weitere einfache Maßnahmen:

  • Seltener mähen: Insektenfreundliche Wiesen werden laut Stadt Wien je nach Nährstoffgehalt nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Blühende Flächen mähen Sie abschnittsweise, damit immer Blüten bleiben.
  • Auf Pestizide verzichten: Insektizide und Herbizide können laut Umweltberatung Bienen gefährden und beseitigen ihre Nahrungspflanzen.
  • Nistplatz und Nahrung nahe beieinander: Laut Umweltberatung sollten Nisthilfe, Baumaterial und Futterpflanzen nicht weit voneinander entfernt sein.

Viele der genannten Arten sind auch hitzeverträglich, einige Sträucher finden Sie im Ratgeber Klimafitte Bäume und Sträucher für heiße Wiener Sommer. Wer einen Garten neu anlegt oder Beete umgestaltet, kann heimische Arten von Anfang an einplanen; Benedict Garten unterstützt dabei im Rahmen der Gartengestaltung.

Häufige Fragen

Warum sind heimische Pflanzen besser für Insekten als exotische Zierpflanzen?

Heimische Wildpflanzen sind an die heimische Tierwelt angepasst und liefern ihr Nektar, Pollen, Früchte und Samen. Die Stadt Wien hält fest, dass exotische Pflanzen für Wildbienen und andere heimische Insekten keinen ökologischen Wert haben. Gefüllte Blüten sind zudem oft unbrauchbar, weil sie kaum Pollen und Nektar bieten.

Muss ein naturnaher Garten unordentlich aussehen?

Nein. Wildstauden lassen sich in Beeten genauso gestalten wie Zierstauden, und heimische Sträucher bilden schöne Hecken. Wichtig ist nur, an einigen Stellen nicht alles aufzuräumen: Stängel über den Winter stehen lassen, eine Ecke seltener mähen und offene Bodenstellen dulden.

Wann pflanze ich Wildstauden am besten?

Natur im Garten empfiehlt Frühling oder Herbst für die Anlage heimischer Staudenflächen. Nach dem Setzen werden die Stauden eingewässert und der offene Boden gemulcht. Bei trockenheitsverträglichen Arten ist danach nur in den ersten Wochen Gießen nötig, wenn das Wetter sehr trocken ist.

Was ist eine gute heimische Alternative zum Kirschlorbeer?

BirdLife Österreich nennt Liguster, Weißdorn und Eibe. Der Liguster wirkt optisch am ähnlichsten und behält sein Laub bis spät in den Winter, der Eingriffelige Weißdorn eignet sich besonders für warme, trockene Standorte. Die immergrüne Eibe verträgt Schatten und starken Schnitt, ist aber bis auf den roten Samenmantel giftig.

Quellen

  1. Wildbienen – Vielfalt durch den passenden Lebensraum – Stadt Wien – Umweltschutz
  2. Insekten – Förderung der Biodiversität – Stadt Wien
  3. Wildbienen im Garten fördern – DIE UMWELTBERATUNG
  4. Heimische Gehölze im Garten – DIE UMWELTBERATUNG
  5. Staudenliste – Klimafitte Pflanzungen (Klimaregion Weinviertel/Südmähren) – Natur im Garten
  6. Ein Garten für Vögel – DIE UMWELTBERATUNG
  7. Drei heimische und ökologische Alternativen zur Lorbeerkirsche – BirdLife Österreich

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