
Nachhaltigkeit
Wasser im Garten sparen: Bewässerung sinnvoll planen
Wer morgens, selten und gezielt gießt, Regenwasser sammelt und mulcht, braucht deutlich weniger Wasser. Ein Überblick über Systeme und Faustregeln.
Am meisten Wasser sparen Sie, wenn Sie selten, dafür kräftig und am frühen Morgen direkt in den Wurzelbereich gießen. Für Beete und Hecken ist Tropfbewässerung effizienter als Sprinkler, die Sie nur für Rasenflächen einsetzen sollten. Regenwasser, eine Mulchschicht und trockenheitsverträgliche Pflanzen senken den Bedarf zusätzlich.
Warum sich Wassersparen im Garten lohnt
Der Klimawandel bringt laut Natur im Garten mehr Hitzetage und längere Trockenphasen. Natur im Garten weist auch darauf hin, dass trockene Brunnen und Einschränkungen beim Wasserverbrauch, etwa Verbote, Rasenflächen zu gießen, inzwischen auch in Österreich vorkommen. Laut Natur im Garten werden in Österreich pro Einwohnerin und Einwohner täglich rund 7 Liter Wasser für die Gartenbewässerung verbraucht.
Ein Teil davon lässt sich mit Gießtechnik, Regenwasser und passender Pflanzenwahl einsparen, ohne dass die Pflanzen leiden.
Der richtige Gießzeitpunkt
Die beste Zeit ist der frühe Morgen. Die Umweltberatung nennt drei Gründe: Nacktschnecken sind dann weniger aktiv, die Pflanzen trocknen schneller ab, was Pilzkrankheiten vorbeugt, und der Temperaturunterschied zwischen Pflanze und Wasser ist geringer. Tagsüber verdunstet ein Teil des Wassers schon beim Gießen, abends gießen fördert Schnecken und Pilze.
Zu Mittag sollten Sie auch dann nicht gießen, wenn Pflanzen schlaff wirken. Diese sogenannte Mittagsdepression lässt laut Umweltberatung am Abend von selbst nach.
Selten und kräftig statt täglich ein bisschen
Kleine Wassermengen befeuchten nur die Oberfläche. Die Wurzeln bleiben flach, und die Pflanze wird empfindlicher gegen Trockenheit. Gießen Sie stattdessen in mehrtägigen Abständen und dafür durchdringend. Laut Natur im Garten reichen etwa 10 Liter, damit das Wasser 30 bis 40 cm tief zu den Wurzeln vordringt.
Für den Rasen nennt Natur im Garten mindestens 20 Liter pro Quadratmeter je Wassergabe, was auf guten Böden für zwei bis drei Wochen reicht. Als Faustregel gilt: 1 Liter pro Quadratmeter entspricht 1 Millimeter. Wie viel Ihr Regner tatsächlich ausbringt, messen Sie mit einem geradwandigen Gefäß, das Sie während der Beregnung auf den Rasen stellen.
Gehölze brauchen laut dem Natur-im-Garten-Infoblatt Wassersparend gießen nur im ersten Jahr regelmäßig Wasser, ab dem zweiten Standjahr nur noch bei starker Trockenheit. Für frisch gesetzte Bäume ist ein Gießsack praktisch: Die Wiener Stadtgärten setzen laut Stadt Wien Säcke mit 75 Litern ein, die das Wasser über sechs bis acht Stunden langsam an den Wurzelballen abgeben.
Tropfbewässerung oder Sprinkler?
Beide Systeme haben ihren Platz, aber nicht überall. Die Natur-im-Garten-Broschüre Regenwasser sammeln und clever nutzen fasst zusammen: Je grobtropfiger und je näher an den Wurzeln gegossen wird, desto besser. Sprühdüsen und Sprenkler sind beliebt, aber meist nicht so effizient, und flächige Beregnung fördert Pilzkrankheiten und Schnecken.
| Tropfbewässerung | Sprinkler / Regner | |
|---|---|---|
| Geeignet für | Gemüsebeete, Staudenbeete, Hecken, Naschhecken, Töpfe | Rasenflächen |
| Wasserabgabe | direkt in den Wurzelbereich | flächig über Blätter und Boden |
| Verluste | gering, Blätter bleiben trocken | höher, ein Teil verdunstet, bevor er die Wurzeln erreicht |
| Pflanzengesundheit | verhindert laut Umweltberatung das Abschwemmen von Nährstoffen | flächige Beregnung fördert Pilzkrankheiten und Schnecken |
| Bauformen | oberirdischer Tropfschlauch, Sickerschlauch 5–8 cm tief, Mikrotropfer für Töpfe | mobile Regner oder fix verbaute Versenkregner |
| Tipp | mit Feuchtefühler steuern | frühmorgens laufen lassen, grobtropfig einstellen |
Die Umweltberatung bezeichnet die Tröpfchenbewässerung als beste Wahl unter den Bewässerungsanlagen. Eine Sonderform ist die Unterflurbewässerung mit rund 30 cm tief verlegten Tropfleitungen. Sie spart laut Natur im Garten gegenüber oberirdischer Bewässerung bis zu 50 % Wasser, ist aber aufwendig zu installieren und lohnt sich nur bei größeren Flächen.
Fix verbaute Regner werden laut Natur im Garten im Vierecks- oder Dreiecksverband angeordnet, sodass jede Fläche mindestens zweimal erreicht wird.
Automatische Steuerung
Eine vollautomatische Anlage kombiniert Zeitschaltuhr, Regensensor und automatischen Wasserstopp. Laut Natur im Garten sind Installation und Programmierung aufwendiger als beim manuellen Gießen, dafür läuft die Anlage danach weitgehend ohne Zutun. Wassersparend ist sie nur, wenn sie auf Boden, Pflanzen und Mikroklima abgestimmt ist; ein Feuchtigkeitsfühler verhindert, dass nach Regen trotzdem gegossen wird. Natur im Garten empfiehlt außerdem zertifizierte, PVC-freie Rohre und Schläuche.
Regenwasser sammeln und nutzen
Regenwasser ist weich, hat Umgebungstemperatur und bekommt Pflanzen besser als kaltes Leitungswasser. Die Umweltberatung hebt hervor, dass es besonders kalkempfindlichen Pflanzen wie Farnen, Narzissen oder Primeln zugutekommt.
Wie viel zusammenkommt, zeigt ein Rechenbeispiel von Natur im Garten: Eine Gartenlaube mit 12 m² Dachfläche fängt bis zu 10 m³ Wasser pro Jahr auf, rund ein Viertel davon geht durch Verdunstung oder Überlauf verloren. Möglichkeiten zur Speicherung:
- Unterirdische Zisterne: frostsicher und füllt sich bei jedem Regen automatisch. Auch eine gereinigte, nicht mehr genutzte Senkgrube kann umfunktioniert werden.
- Regentonnen: mehrere verbundene Tonnen, schattig und nahe am Bedarf aufgestellt, mit bodennahem Hahn. Ein „Regendieb“ im Fallrohr filtert Schmutz und dient als Überlaufschutz.
- Pumpe: Tauchpumpen mit Akku oder Solarbetrieb ermöglichen die Entnahme mit dem Schlauch und die Einbindung in eine Tropfanlage.
Decken Sie Tonnen mit Deckel oder Insektenschutznetz ab, damit sich keine Gelsen vermehren und keine Tiere hineinfallen. Regenwasser darf nicht direkt in einen Brunnen eingeleitet werden, weil Verunreinigungen das Grundwasser gefährden könnten.
Mulchen und Boden pflegen
Eine Mulchschicht reduziert die Verdunstung aus dem Boden stark, hält ihn kühler und schützt bei Starkregen vor Verschlämmung. Geeignet sind laut Natur im Garten angetrockneter Grasschnitt, Ernterückstände, gehäckselte Zweige, Stroh oder Laub. Die Umweltberatung rät, Rindenmulch aus Nadelholz nur bei säureliebenden Moorbeetpflanzen zu verwenden, weil er den pH-Wert senkt.
Auch die Bodenbearbeitung spart Wasser. „Einmal hacken erspart zweimal gießen“: Oberflächliches Lockern unterbricht die feinen Kapillaren, über die Wasser aus tieferen Schichten nach oben verdunstet. Humus kann laut Natur im Garten bis zum Fünffachen seines Gewichts an Wasser speichern, regelmäßige Kompostgaben verbessern daher die Speicherfähigkeit.
Pflanzen wählen, die wenig Wasser brauchen
Den größten Hebel haben Sie bei der Gestaltung. Natur im Garten empfiehlt, Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammenzusetzen, Zierrasen teilweise in Kräuterrasen oder Blumenwiese umzuwandeln und trockenheitsverträgliche Stauden zu verwenden. Englischer Rasen braucht deutlich mehr Wasser als Kräuter- oder Schotterrasen. Welche Gehölze mit Wiener Sommern zurechtkommen, lesen Sie im Ratgeber Klimafitte Bäume und Sträucher, heimische Stauden mit geringem Wasserbedarf im Ratgeber Heimische Pflanzen für mehr Biodiversität.
Ob und wo sich ein System lohnt, hängt von Gartengröße und Bepflanzung ab. Benedict Garten plant, installiert und wartet Bewässerungssysteme in Wien, von der Tropfleitung im Beet bis zum automatischen Regner für den Rasen.
Häufige Fragen
Ist Gießen am Abend wirklich schlechter als am Morgen?
Ja, in den meisten Fällen. Laut Natur im Garten fördert abendliches Gießen Schnecken und Pilzkrankheiten, weil Blätter und Boden über Nacht feucht bleiben. Am frühen Morgen verdunstet weniger Wasser und die Pflanzen trocknen bis zum Tag ab. Zu Mittag sollten Sie gar nicht gießen.
Wie viel Wasser braucht ein Rasen im Sommer?
Natur im Garten nennt als Richtwert mindestens 20 Liter pro Quadratmeter pro Wassergabe. Auf guten Böden reicht das für zwei bis drei Wochen. Ob genug ankommt, prüfen Sie mit einem geradwandigen Gefäß unter dem Regner: 1 Liter pro Quadratmeter entspricht 1 Millimeter.
Lohnt sich eine automatische Bewässerung für einen Hausgarten?
Sie lohnt sich vor allem bei größeren Beeten, Hecken oder wenn Sie oft verreist sind. Sie besteht aus Zeitschaltuhr, Regensensor und automatischem Wasserstopp und kostet in der Installation mehr als manuelles Gießen. Damit sie Wasser spart, muss sie an Boden, Pflanzen und Mikroklima angepasst programmiert werden.
Was muss ich im Herbst mit der Bewässerungsanlage tun?
Schläuche, Leitungen, Einbauteile und Behälter werden laut Natur im Garten von Oktober bis März vollständig entleert eingewintert, weil gefrierendes Wasser sich ausdehnt. Fix verbaute Systeme brauchen dafür einen tief liegenden Wartungsschacht, ein Entwässerungsventil oder ein Ausblasen mit Kompressor. Der Luftdruck darf dabei den vorgesehenen Leitungsdruck nicht überschreiten.
Quellen
- Regenwasser sammeln und clever nutzen – Natur im Garten
- Wassersparen im Garten – 10 Tipps – Natur im Garten
- Wassersparend gießen – Natur im Garten
- Richtig gießen – Natur im Garten
- Richtiges Gießen in der Hitze – DIE UMWELTBERATUNG
- Den Durst der Pflanzen nachhaltig löschen – DIE UMWELTBERATUNG
- Bäume im urbanen Raum – Stadtbäume in Wien – Stadt Wien


