Purpur-Sonnenhut in voller Blüte im sonnigen Beet

Pflanzen & Arten

Grabbepflanzung durchs Jahr: Was wann gepflanzt wird

Ein Grab, das zu jeder Jahreszeit gepflegt wirkt, braucht einen Plan: eine ruhige Dauerbepflanzung als Rahmen und wenige, gut gewählte Wechselpflanzen.

Ein Grab wirkt das ganze Jahr gepflegt, wenn eine immergrüne Dauerbepflanzung den Rahmen bildet und nur ein kleiner Teil der Fläche saisonal wechselt. Gepflanzt wird in Wien üblicherweise viermal: Frühjahrsblumen ab April, Sommerblumen ab Mitte Mai, Herbstbepflanzung im Oktober bis Allerheiligen und eine Winterdekoration bis Weihnachten.

Der Jahreskalender für die Grabbepflanzung

Die Friedhöfe Wien GmbH nennt in ihren Geschäftsbedingungen für gärtnerische Leistungen die übliche Auspflanzungszeit bei normalen Witterungsverhältnissen. Die Pflanzenvorschläge in der Tabelle stammen aus den Empfehlungen von Natur im Garten, DIE UMWELTBERATUNG und dem Blumenbüro Österreich.

Saison Pflanzzeit (Richtwert) Geeignete Pflanzen
Frühling April bis Muttertag Vergissmeinnicht, Duft-Veilchen, Himmelsschlüssel, Garten-Teppich-Primel; Zwiebelblumen wie Krokus, Blaustern, Traubenhyazinthe, ungefüllte Tulpen (Zwiebeln im Herbst setzen)
Sommer ab 15. Mai sonnig: Thymian-Arten, Zwerglavendel, Sedum, Hauswurz, Kartäusernelke, Margeriten; halbschattig: Funkie, Frauenmantel, Bergenie
Herbst Oktober bis Allerheiligen Calluna (Heidekraut), Erika, Alpenveilchen, Chrysanthemen, winterharte Stiefmütterchen, Purpurglöckchen, Gräser, Berg-Aster
Winter Allerheiligen bis Weihnachten Gestecke und Abdeckungen aus Tannen- oder Föhrenzweigen, Zapfen, Stechpalme; Christrose bzw. Schneerose

Die Termine sind Richtwerte. Nach einem milden Winter kann die Frühjahrsbepflanzung früher erfolgen; späte Fröste können sie verzögern. Der 15. Mai als Start für Sommerblumen hat einen praktischen Grund: Viele klassische Sommerblumen vertragen keinen Frost.

Der Rahmen: Dauerbepflanzung statt ständigem Wechsel

Ein Grab, das vollständig mit Wechselflor bepflanzt ist, braucht viel Wasser und Arbeit. Natur im Garten rät in „Gräber als Naturoase gestalten“ zu einer dauerhaften Kombination aus Kleingehölzen wie schwachwüchsiger Eibe, Berberitze, Bartblume oder ungefüllter Bodendeckerrose mit niedrigen Stauden, Bodendeckern und Frühjahrsblühern. Ein Grab mit dichten Bodendeckern verbraucht laut dieser Empfehlung weit weniger Wasser.

Die Friedhofsgärtnerei der Stadt arbeitet für die Dauerbepflanzung unter anderem mit Cotoneaster, Efeu, Euonymus und Immergrün. Bewährt hat sich, nur eine Teilfläche – etwa vor dem Grabstein oder in der Mitte – für saisonale Pflanzen frei zu halten. So bleibt das Grab auch zwischen zwei Wechselbepflanzungen geschlossen und grün.

Für den Standort gilt dasselbe wie im Garten:

  • Sonnige, heiße Gräber: Kräuter wie Steinquendel, Kaskaden-Thymian, Felsen-Ysop oder kriechendes Berg-Bohnenkraut, dazu Polster-Phlox, Polster-Ehrenpreis, Sedum und Hauswurz.
  • Halbschatten bis Schatten: Funkie, Schneerose, Lungenkraut, Günsel, Moos-Steinbrech, Zwerg-Geißbart und Bergenien, ergänzt durch niedrige Farne und Gräser.

Mit Mulch aus Flachs- oder Hanfschäben, Hackschnitzeln oder Splitt bleiben Pflege- und Wasserbedarf gering.

Frühling: das Grab aus dem Winter holen

Im März und April werden Winterabdeckungen aus Reisig entfernt, die Dauerbepflanzung zurückgeschnitten und abgestorbene Pflanzenteile ausgeputzt. Die eigentlichen Frühlingsblüher werden aber schon im Herbst vorbereitet: Zwiebeln von Krokus, Blaustern oder Traubenhyazinthe kommen laut Natur im Garten im Herbst in die Erde, etwa doppelt bis dreimal so tief, wie die Zwiebel dick ist. Krokus und Schneeglöckchen sollten mindestens 5 cm Erde über sich haben. Wer das versäumt, kann im April vorgetriebene Zwiebelblumen im Topf setzen.

DIE UMWELTBERATUNG empfiehlt ungefüllte Blüten, weil nur sie Insekten Nahrung bieten. Am Friedhof, wo im zeitigen Frühjahr wenig blüht, macht das einen spürbaren Unterschied.

Sommer: Hitze und Wasser im Blick

Der Sommer ist auf Wiener Friedhöfen die anspruchsvollste Zeit. Steinflächen und Grabsteine heizen sich auf, viele Gräber liegen in praller Sonne. Hier zahlt sich eine trockenheitsverträgliche Auswahl aus: Thymian, Lavendel, Sedum oder Hauswurz kommen mit Hitze deutlich besser zurecht als durstige Wechselpflanzen.

Die Bestattungsanlagenordnung der Friedhöfe Wien GmbH verlangt ausdrücklich, die Wasserentnahme auf die notwendige Gießwassermenge zu beschränken. Undichte Schläuche, Gießen trotz ausreichenden Regens und Schläuche ohne Sperrventil sind zu vermeiden. Am besten gießen Sie früh am Morgen oder am Abend und direkt an den Wurzeln.

Herbst und Allerheiligen

Ab Oktober wird die Sommerbepflanzung durch robuste Herbstpflanzen ersetzt. Laut Blumenbüro Österreich ist Calluna seit Jahren ein Bestseller bei Grabpflanzen; daneben werden Alpenveilchen, Chrysanthemen, winterharte Stiefmütterchen sowie Blattschmuckpflanzen wie Purpurglöckchen und Silberblatt verwendet. Gräser in unterschiedlichen Höhen geben der Bepflanzung Struktur.

Gleichzeitig ist der Herbst die richtige Zeit, um Lücken in der Dauerbepflanzung zu schließen und die Zwiebeln für das kommende Frühjahr zu setzen. Wer Gestecke kauft oder bindet, sollte auf verrottbare Materialien achten: Kunststoff, Metall und Styropor müssen vor der Entsorgung entfernt werden. Bei Grablichtern empfiehlt DIE UMWELTBERATUNG nachfüllbare Glaseinsätze und Laternen statt Einwegbechern; Solarleuchten sollten austauschbare Akkus haben, Kerzen mit Knopfbatterien besser gar nicht gekauft werden.

Winter: schlicht und schützend

Nach Allerheiligen folgt die Winterdekoration. Reisig aus Tanne oder Föhre schützt empfindlichere Pflanzen vor Kahlfrost und sieht zugleich ordentlich aus. Zapfen, Beeren, Stechpalmenzweige und Gräser ergänzen ein schlichtes Gesteck. Die Christrose – im Garten meist Schneerose genannt – blüht oft schon im Winter und hat am Grab eine lange Tradition.

Was auf Wiener Friedhöfen gilt

Für die Friedhöfe der Friedhöfe Wien GmbH regelt die Bestattungsanlagenordnung (BAO, gültig ab 1. Jänner 2025) unter anderem:

  • Gestaltung: Die Grabfläche soll – sofern keine Grabdeckplatte aufliegt – mit Rasen, Blumen, bodendeckenden Pflanzen oder Ähnlichem gestaltet sein und muss dauernd gepflegt werden (§ 32). Blähbeton, Fliesen, Glasbruch, Kunststoffrasen, Platten und Teppiche sind auf der Grabfläche nicht erlaubt.
  • Fristen: Blumengebinde sind nach einer Bestattung je nach Witterung innerhalb von drei Monaten zu entfernen; die gärtnerische Ausgestaltung und dauernde Pflege muss innerhalb von sechs Monaten beginnen (§ 36).
  • Gehölze: Laub- und Nadelgehölze sind erlaubt, wenn sie regelmäßig auf maximal 70 cm gehalten werden und die Grabfläche nicht überragen (§ 36 Abs. 5).
  • Keine Chemie: Unkrautbekämpfungs- und Pflanzenschutzmittel sind bei der Grabpflege verboten; Ausnahmen brauchen die Zustimmung der Friedhöfe Wien GmbH (§ 7 Abs. 8).
  • Naturgräber: Baum-, Rasen-, Strauch- und Waldgräber dürfen nicht individuell gestaltet werden.

Auf konfessionellen oder privat geführten Friedhöfen gelten eigene Ordnungen – fragen Sie im Zweifel bei der Friedhofsverwaltung nach.

Wenn Sie die Pflege nicht selbst übernehmen können oder möchten, kümmert sich Benedict Garten um saisonale Grabbepflanzung und Dauerpflege. Welche heimischen Arten auch im eigenen Garten Insekten fördern, zeigt der Ratgeber Heimische Pflanzen für mehr Biodiversität.

Häufige Fragen

Wie oft muss ein Grab im Sommer gegossen werden?

Das hängt von Pflanzen, Boden und Wetter ab. Gräber mit dichter Dauerbepflanzung und Mulch brauchen deutlich weniger Wasser als reiner Wechselflor. Auf den Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH soll ohnehin nur so viel gegossen werden wie nötig – nicht bei ausreichendem Regen und nicht mit undichten Schläuchen.

Darf ich auf ein Grab einen kleinen Baum oder Strauch pflanzen?

Auf den Friedhöfen der Friedhöfe Wien GmbH sind Laub- und Nadelgehölze erlaubt, wenn sie von Beginn an regelmäßig auf höchstens 70 cm Höhe gehalten werden und die Grabfläche nicht überragen. Schwachwüchsige Arten wie Zwergformen der Eibe oder Berberitze eignen sich dafür besser als Gehölze, die ständig zurückgeschnitten werden müssen.

Was mache ich mit verwelkten Kränzen und alten Pflanzen?

Pflanzenreste, Erde und Kerzenbecher werden in den bereitgestellten Behältern getrennt entsorgt, Verpackungen nimmt man wieder mit. Kränze und Gestecke vorher von Draht, Kunststoff und Styropor befreien – nur verrottbares Material gehört in den Grünschnitt.

Kann ich die Grabpflege auch nur für einzelne Jahreszeiten vergeben?

Ja, Friedhofsgärtnereien und Gartenbetriebe bieten meist sowohl einzelne saisonale Bepflanzungen als auch Dauerpflege an. Sinnvoll ist eine Kombination: eine pflegeleichte Grundbepflanzung, die Sie selbst betreuen, und ein Wechsel zu Allerheiligen oder im Frühling, den eine Gärtnerei übernimmt.

Quellen

  1. Bestattungsanlagenordnung (BAO), gültig ab 1. Jänner 2025 – Friedhöfe Wien GmbH
  2. Allgemeine Geschäftsbedingungen für gärtnerische Leistungen – Friedhöfe Wien GmbH
  3. Grabpflege und Schmückung – Friedhöfe Wien GmbH
  4. Allerseelen – Gräber als Naturoase gestalten – Natur im Garten
  5. Ökologische Grabpflege – DIE UMWELTBERATUNG
  6. Allerheiligen 2024: Natürliche Arrangements liegen im Trend – WKO / Blumenbüro Österreich
  7. Jetzt Blumenzwiebel für den Frühling setzen – Natur im Garten

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