Laubbaum mit dichter Krone spendet Schatten in einem sonnigen Garten

Pflanzen & Arten

Klimafitte Bäume und Sträucher für heiße Wiener Sommer

Blumen-Esche, Hopfenbuche, Steinweichsel oder Kornelkirsche: Diese Gehölze kommen mit trockenen, heißen Sommern gut zurecht. Mit Übersichtstabelle und Pflanztipps.

Klimafit sind Gehölze, die sonnige, trockene Standorte von Natur aus kennen: Blumen-Esche, Hopfenbuche, Elsbeere und Mehlbeere bei den Bäumen, Kornelkirsche, Steinweichsel, Felsenbirne oder Perückenstrauch bei den Sträuchern. Entscheidend ist, dass Art, Endgröße und Boden zum Platz im Garten passen. Wer so auswählt, muss nach dem Anwachsen kaum noch gießen.

Warum die Gehölzwahl in Wien so wichtig ist

Bäume und große Sträucher sind das wirksamste Mittel gegen Hitze im eigenen Garten. Natur im Garten beziffert die kühlende Wirkung eines ausgewachsenen Laubbaums mit der von etwa zehn Klimaanlagen und empfiehlt, beim Kauf gezielt auf hitze- und trockenheitsverträgliche Pflanzen zu achten.

Gleichzeitig ist ein Baum eine Entscheidung für Jahrzehnte. Was heute gepflanzt wird, muss mit den Sommern der nächsten 30 bis 50 Jahre zurechtkommen. Gehölze aus feuchten, kühlen Lagen, etwa der Bergahorn, der laut Umweltberatung frische bis feuchte Lagen und hohe Luftfeuchtigkeit bevorzugt, sind auf einem sonnigen, trockenen Grundstück die falsche Wahl.

Bäume und Sträucher, die Hitze und Trockenheit vertragen

Die folgende Auswahl stammt aus der Broschüre Heimische Gehölze im Garten der Umweltberatung, die heimische und standortgerechte Gehölze mit Standortansprüchen und Wuchsform beschreibt. Aufgenommen haben wir nur Arten, die dort ausdrücklich als trockenheits-, hitze- oder stadtklimaverträglich beschrieben sind.

Gehölz Standort Wuchshöhe Besonderheit
Blumen-Esche (Fraxinus ornus) sonnig, trocken, Lehm- und Steinböden, kalkliebend ca. 10 (–15) m duftende Blüten Mai/Juni, verträgt Stadtklima sehr gut
Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) sonnig bis halbschattig, warm, auch trocken und nährstoffarm, kalkliebend bis 15 m ideal im Weinbauklima, verträgt starken Rückschnitt
Elsbeere (Sorbus torminalis) sonnig bis halbschattig, keine Sandböden, keine Nässe 10–20 m, auf trockenen Standorten niedriger trockenheits- und hitzefest, intensive Herbstfärbung
Mehlbeere (Sorbus aria) sehr hell, durchlässige, steinig-sandige Lehmböden, kalkliebend großer Strauch oder 5–15 m verträgt Trockenheit ausgesprochen gut, Früchte für Vögel
Feldahorn (Acer campestre) robust, geringe Ansprüche, frosthart, windfest frei 5–15 m, als Hecke bis 5 m sehr schnittverträglich, auch für Formhecken
Steinweichsel (Prunus mahaleb) sehr sonnig, auch sehr trocken und steinig, kalkliebend 3–10 m verträgt extreme Trockenheit und Hitze, für Stadtklima sehr gut geeignet
Kornelkirsche (Cornus mas) sonnig bis halbschattig, humos, kalkhaltig Strauch 2–6 m, Kleinbaum 6–8 m sehr frühe Blüte für Bienen, essbare Früchte, stadttauglich
Felsenbirne (Amelanchier ovalis) locker, kalkhaltig, keine Staunässe oder Verdichtung 2–3 m trockenheitsverträglich, Blüte April/Mai, Beeren für Vögel
Perückenstrauch (Cotinus coggygria) trocken, sonnig, durchlässig ca. 3–5 m hitze- und trockenheitstolerant, orange Herbstfärbung
Liguster (Ligustrum vulgare) Sonne bis Halbschatten, kalkhaltig 5–7 m, als Hecke niedrig zu halten hitzeverträglich, gute Formschnitthecke
Wolliger Schneeball (Viburnum lantana) warm, hell, kalkliebend 1–3 m hitzeverträglich und stadtklimafest
Blasenstrauch (Colutea arborescens) vollsonnig 1,5–4 m verträgt Hitze und Trockenheit, nur mäßig frosthart, Blüten für Hummeln und Holzbienen

Auffällig ist, wie viele dieser Arten kalkhaltige Böden bevorzugen. Ob das zu Ihrem Grundstück passt, zeigt ein einfacher Bodentest vor dem Kauf. Bei der Auswahl der passenden Art und Größe unterstützt Sie die Pflanzenberatung.

Was Wien für seine Straßenbäume verwendet

Für extreme Standorte hat die Stadt eine eigene Liste. Laut der Broschüre Stadtbäume in Wien der Wiener Stadtgärten umfasst das Wiener Straßenbaum-Sortiment 25 Baumsorten, von denen sich 19 durch besonders gute Hitzeverträglichkeit auszeichnen. Die Bäume müssen dort mit Verkehr, verdichteten und versiegelten Böden, Abstrahlhitze von Fassaden und steigenden Temperaturen zurechtkommen.

Die vollständige Liste enthält unter anderem:

  • Feldahorn ‘Elsrijk’ und ‘Korinthosz’
  • Säulen-Blumenesche ‘Obelisk’
  • Südlicher Zürgelbaum (Celtis australis)
  • Blasenbaum (Koelreuteria paniculata), auch als Säulenform
  • Lederhülsenbaum (Gleditsia triacanthos ‘Skyline’)
  • Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum)
  • Silberlinde ‘Brabant’, Ginkgo-Sorten und Japanische Zelkove ‘Green Vase’

Für Hausgärten ist die Liste ein guter Hinweis, welche Gattungen Wiener Bedingungen aushalten. Die Stadt veröffentlicht dazu aber keine Wuchshöhen, und viele Sorten sind ausgewachsene Großbäume für breite Straßenräume. Prüfen Sie daher die Endgröße der konkreten Sorte, bevor Sie einen dieser Bäume neben das Haus setzen.

Was Sie besser nicht pflanzen

Hitzeverträglich allein reicht nicht. Der Götterbaum (Ailanthus altissima) kommt mit der Stadt bestens zurecht, gilt aber als invasiver Neophyt: Er verdrängt laut Natur im Garten heimische Arten, sein Saft kann die Haut reizen und er sollte weder in öffentlichen Grünräumen noch in Privatgärten gepflanzt werden.

Ähnlich kritisch wird inzwischen der Kirschlorbeer gesehen. BirdLife Österreich stuft ihn als potenziell invasiv ein und nennt als heimische Alternativen für Sichtschutzhecken Liguster, Weißdorn und Eibe. Für trockene, warme Standorte empfiehlt BirdLife den Eingriffeligen Weißdorn.

Richtig pflanzen, damit das Gehölz anwächst

Auch ein trockenheitsverträglicher Baum braucht in den ersten Jahren Unterstützung. Die Umweltberatung empfiehlt:

  • Pflanzzeit: Hauptpflanzzeit ist Ende Oktober bis Mitte November. Ware mit Ballen oder im Topf kann auch im Sommer gesetzt werden, dann ist ausreichendes Gießen Pflicht.
  • Abstand: Sträucher 1–2 m, Bäume je nach späterer Kronengröße 3–6 m von Gebäuden, Mauern und Zäunen. Für Hecken werden 1,5–2 m zur Nachbargrenze empfohlen.
  • Gießrand: Ein rund 10 cm hoher Erdwall um die Pflanzgrube hält Regen- und Gießwasser direkt über dem Wurzelballen.
  • Anwuchspflege: In Trockenperioden lieber selten und kräftig gießen, mindestens 10 Liter einmal pro Woche. Die Baumscheibe im ersten Jahr frei von Bewuchs halten und mit Grasschnitt, Häcksel, Laub oder Rindenmulch abdecken.

Die Wiener Stadtgärten gießen ihre Jungbäume ohne automatische Bewässerung laut Stadt Wien vier Jahre lang einmal pro Woche, in Hitzeperioden zweimal. Für einen frisch gesetzten Hausbaum ist das ein guter Richtwert. Wie Sie das Gießen effizient organisieren, lesen Sie im Ratgeber Wasser im Garten sparen.

Platz für die Zukunft einplanen

Ein Baum, der gut wächst, wird irgendwann rechtlich relevant. Nach dem Wiener Baumschutzgesetz sind Laub- und Nadelbäume ab 40 cm Stammumfang, gemessen in einem Meter Höhe, auch auf Privatgrund geschützt. Eine spätere Fällung braucht dann eine Bewilligung des Bezirksamts und meist eine Ersatzpflanzung. Wer heute die Endgröße realistisch einplant, erspart sich diesen Schritt später.

Viele der genannten Sträucher, vor allem Kornelkirsche, Felsenbirne und Weißdorn, sind zudem wertvolle Nahrungsquellen für Insekten und Vögel. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Heimische Pflanzen für mehr Biodiversität. Wenn Sie einen Garten neu anlegen oder umgestalten, plant Benedict Garten im Rahmen der Gartengestaltung Gehölze passend zu Standort und Platz.

Häufige Fragen

Welcher Hausbaum eignet sich für einen kleinen, sonnigen Garten in Wien?

Für kleine Gärten sind Gehölze sinnvoll, die als Kleinbaum oder großer Strauch wachsen, etwa Kornelkirsche, Steinweichsel oder Mehlbeere. Sie werden je nach Standort rund 3 bis 10 Meter hoch und vertragen Trockenheit gut. Die Blumen-Esche passt, wenn etwa 10 Meter Höhe Platz haben.

Kann ich Bäume aus dem Wiener Straßenbaum-Sortiment auch im Garten pflanzen?

Grundsätzlich ja, die Sorten wurden für Hitze, Bodenverdichtung und Abstrahlwärme ausgewählt. Viele davon sind aber große Bäume oder Säulenformen für Straßenräume. Prüfen Sie vor dem Kauf die Endgröße der konkreten Sorte und den verfügbaren Platz zu Haus, Leitungen und Nachbargrenze.

Wann ist die beste Pflanzzeit für Bäume und Sträucher?

Die Hauptpflanzzeit für Gehölze ist laut der Umweltberatung Ende Oktober bis Mitte November, wenn ein Großteil der Blätter abgefallen ist. Die Wurzeln wachsen dann über Herbst und Winter ein. Ware im Topf oder mit Ballen kann auch im Sommer gesetzt werden, braucht dann aber verlässliche Bewässerung.

Brauche ich in Wien eine Genehmigung, um einen Baum im eigenen Garten zu fällen?

Bäume mit einem Stammumfang ab 40 Zentimetern, gemessen in einem Meter Höhe, sind nach dem Wiener Baumschutzgesetz auch auf Privatgrund geschützt. Für die Entfernung brauchen Sie eine Bewilligung des Magistratischen Bezirksamts. Ausgenommen sind unter anderem Obstbäume und Bäume in Kleingartenanlagen.

Quellen

  1. Klimafitte Straßenbäume für Wien – Stadt Wien
  2. Stadtbäume in Wien (Broschüre) – Stadt Wien – Wiener Stadtgärten (MA 42)
  3. Heimische Gehölze im Garten – DIE UMWELTBERATUNG
  4. Gärten klimafit machen – Natur im Garten
  5. Baumschutz in Wien – Stadt Wien
  6. Der Götterbaum – ein invasiver Neophyt – Natur im Garten
  7. Drei heimische und ökologische Alternativen zur Lorbeerkirsche – BirdLife Österreich

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