Junge Gemüsepflanzen im Frühlingsbeet mit frisch gelockerter Erde

Gartenpflege

Gartenpflege im Frühling: die wichtigsten Arbeiten

Von März bis Mai entscheidet sich, wie gut der Garten durch den Sommer kommt. Der Monatsplan zeigt, welche Arbeiten wann sinnvoll sind und was warten sollte.

Im Frühling stehen vier Dinge im Vordergrund: Stauden und Rosen schneiden, den Boden mit Kompost versorgen, den Rasen stärken und Gemüse zur richtigen Zeit säen und setzen. Größere Gehölzschnitte sollten bis Ende Februar erledigt sein, frostempfindliche Pflanzen kommen erst ab Mitte Mai ins Freie. Der Monatsplan unten zeigt, was wann ansteht.

Monatsplan für März, April und Mai

Monat Ziergarten und Gehölze Rasen Gemüse und Kübelpflanzen
März Stauden zurückschneiden, sobald der Austrieb beginnt; Rosen zur Forsythienblüte schneiden; Kompost ausbringen (2–6 l/m²) fein gesiebten Kompost dünn verteilen (etwa 1,5 l/m² pro Jahr) ab Mitte März Erbsen, Vogerlsalat, Radieschen und Spinat direkt säen; Erdäpfel, Steckzwiebeln und Knoblauch setzen
April Stauden und Sommerblumen organisch düngen; bei Narzissen nur die Blüten entfernen, Laub stehen lassen erste organische Düngung, z. B. Hornmehl mit Kompost; Schnitthöhe etwa 4 cm Kübelpflanzen an milden Tagen tagsüber ins Freie, abends wieder hinein
Mai Boden mulchen; morgens und durchdringend gießen nach dem zweiten Mähen bei Bedarf vertikutieren; Randstreifen und Inseln ungemäht lassen ab Mitte Mai Paprika, Melanzani, Zucchini und Kürbis auspflanzen, Paradeiser gegen Ende Mai; Kübelpflanzen nach den Eisheiligen ins Freie

Die Angaben stammen vor allem aus den Monatstipps von Natur im Garten. Je nach Witterung und Lage des Gartens können sich die Termine verschieben.

März: Rückschnitt und Kompost

Stauden bleiben im Naturgarten über den Winter stehen, weil ihre Samenstände Tieren als Futter dienen. Im Frühling muss der Rückschnitt dann aber rasch erfolgen: Sobald die Sonne den Boden erwärmt, schieben die neuen Triebe nach. Natur im Garten empfiehlt, zuerst Laub und Pflanzenreste wegzunehmen, dann die trockenen Stängel mit der Gartenschere knapp über dem Boden abzuschneiden, ohne den Neuaustrieb zu verletzen. Das Schnittgut kommt auf den Kompost.

Rosen schneiden Sie zur Forsythienblüte. Edel-, Beet- und Bodendeckerrosen werden stark eingekürzt, Strauchrosen nur ausgelichtet und mäßig gekürzt, bei Kletterrosen werden die Seitentriebe zurückgenommen. Wildrosen brauchen kaum Schnitt.

Kompost ist im März die wichtigste Düngung. Je nach Nährstoffbedarf werden 2 bis 6 Liter pro Quadratmeter oberflächlich eingearbeitet, im Gemüsegarten ebenso wie unter Stauden und Sträuchern. Bei jungen Obstbäumen bleibt die Baumscheibe frei von Bewuchs und wird gemulcht.

Im Gemüsegarten können ab Mitte März die ersten Arten direkt gesät werden: Erbsen, Vogerlsalat, Radieschen und Spinat. Erdäpfel, Steckzwiebeln und Knoblauch werden gesetzt.

April: düngen, pflegen, vorbereiten

Im April beginnt der Hauptwuchs. Stauden und Sommerblumen bekommen laut Natur im Garten eine organische Düngung. Als Richtwert pro Jahr nennt Natur im Garten etwa einen halben Esslöffel Hornspäne pro Quadratmeter für Stauden und etwa einen Esslöffel für Sommerblumen. Hornspäne wirken langsamer als Hornmehl und werden daher etwas früher gegeben.

Bei Narzissen und anderen Zwiebelblumen entfernen Sie nur die verblühten Blütenstände. Die Blätter bleiben stehen, bis sie vergilbt sind, denn darüber füllt die Pflanze ihre Reserven für das nächste Jahr auf.

Wer Nützlinge fördern will, hängt jetzt einen mit Holzwolle, Stroh oder Heu gefüllten Tontopf so in einen Baum, dass ein Ast ihn berührt. Ohrwürmer nutzen ihn als Unterschlupf.

Rasen: stärken statt vertikutieren

Viele greifen im Frühling reflexartig zum Vertikutierer. Natur im Garten rät davon ab: Häufiges Vertikutieren schadet dem Rasen mehr, als es nützt. Sinnvoll ist es nur bei starkem Rasenfilz oder wenn mehr Moos als Gras wächst, danach wird nachgesät.

Was dem Rasen stattdessen hilft:

  • Fein gesiebter Kompost, etwa 1,5 Liter pro Quadratmeter und Jahr. Er baut Rasenfilz ab und verbessert langfristig den Humusgehalt.
  • Organische Düngung, die erste davon im April, etwa mit einer Mischung aus Hornmehl und Kompost. Synthetische Dünger meidet Natur im Garten, weil ihre Salze das Bodenleben schädigen können.
  • Richtig mähen: Im Frühling etwa 4 cm Schnitthöhe, im Hochsommer etwa 5 cm, und jeweils nur rund ein Drittel des Aufwuchses abschneiden.
  • Vertikutieren nur bei Bedarf, höchstens einmal im Jahr und am besten nach dem zweiten Mähen, wie es im Beitrag Frühjahrskur für den Rasen heißt.

Ist der Rasen stark lückig oder verfilzt, hilft der Ratgeber Rasen neu anlegen oder sanieren bei der Entscheidung.

Mai: Auspflanzen nach den Eisheiligen

Die Eisheiligen vom 12. bis 15. Mai gelten als Stichtag für frostempfindliche Pflanzen. GeoSphere Austria hat das für Wien eingeordnet: Bodenfrost tritt im ersten Maidrittel im Schnitt etwa alle fünf Jahre auf, im letzten Maidrittel liegt die Wahrscheinlichkeit nahezu bei null (Klimaperiode 1991–2020). Die Eisheiligen selbst sind also keine besondere Frostphase, die Regel „ab Mitte Mai“ bleibt aber ein vernünftiger Richtwert.

Ab dann kommen Kürbis, Zucchini, Melanzani und Paprika ins Beet. Für Paradeiser nennt Natur im Garten im Tipp Tomaten auspflanzen sogar Ende Mai, weil Kälte ihr Wachstum spürbar bremst. Exotische Kübelpflanzen wie Hibiskus, Orangenbaum oder Engelstrompete verlassen laut Umweltberatung ihr Winterquartier erst nach dem 15. Mai. Weil sie im Winterquartier wenig Licht bekommen haben, stehen sie zuerst etwa eine Woche im Schatten und rund zwei Wochen im Halbschatten, bevor sie in die volle Sonne kommen.

Im Mai wird es oft schon trocken. Natur im Garten empfiehlt, seltener, dafür durchdringend und am Morgen direkt in den Wurzelbereich zu gießen und den Boden mit Heu, Rasenschnitt oder Schafwolle zu mulchen. Mehr dazu im Ratgeber Wasser im Garten sparen.

Beim Rasen lohnt es sich, nicht alles auf einmal zu mähen. Die Umweltberatung rät, Teilflächen stehen zu lassen, in Etappen zu mähen und das Schnittgut zwei bis drei Tage liegen zu lassen, damit Insekten abwandern können.

Was im Frühling warten sollte

Nicht jede Arbeit passt in diese Jahreszeit. Ab März brüten Amsel, Buchfink und andere Vögel in Hecken und Sträuchern. Das Wiener Naturschutzgesetz verbietet, Nester geschützter Vögel zu beschädigen oder zu entfernen, und die Stadt Wien empfiehlt in ihrem Infoblatt, Baum- und Gebüschschnitte zwischen 1. Oktober und 28. Februar durchzuführen. Größere Rückschnitte an Hecken und Bäumen planen Sie daher für den Spätwinter oder Herbst ein. Details dazu lesen Sie im Ratgeber Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Heckenschnitt?.

Wer die Frühlingsarbeiten nicht selbst erledigen möchte: Benedict Garten übernimmt Rasenpflege, Rückschnitt und Beetpflege im Rahmen der Gartenpflege in Wien.

Häufige Fragen

Wann soll ich im Frühling die Stauden zurückschneiden?

Sobald sich der Boden erwärmt und die ersten Triebe zeigen, also in Wien meist im März. Natur im Garten rät, den Rückschnitt dann rasch zu erledigen, damit der Neuaustrieb nicht beschädigt wird. Die trockenen Stängel werden knapp über dem Boden abgeschnitten und kommen auf den Kompost.

Muss ich den Rasen jedes Frühjahr vertikutieren?

Nein. Vertikutieren schadet den Graswurzeln und ist laut Natur im Garten nur bei starkem Rasenfilz oder mehr Moos als Gras sinnvoll, höchstens einmal im Jahr und am besten nach dem zweiten Mähen. Wirksamer sind fein gesiebter Kompost, eine organische Düngung im April und eine Schnitthöhe von etwa 4 cm.

Ab wann kann ich Gemüsejungpflanzen und Kübelpflanzen ins Freie stellen?

Wärmeliebendes Gemüse wie Paprika oder Zucchini sowie exotische Kübelpflanzen kommen ab Mitte Mai dauerhaft ins Freie, Paradeiser laut Natur im Garten gegen Ende Mai. Laut GeoSphere Austria tritt in Wien Bodenfrost im ersten Maidrittel im Schnitt etwa alle fünf Jahre auf, im letzten Maidrittel praktisch nicht mehr. Kübelpflanzen sollten zuerst eine Woche im Schatten stehen, bevor sie volle Sonne bekommen.

Darf ich im Frühling noch Hecken schneiden?

Ab März brüten viele Vögel in Hecken, und das Wiener Naturschutzgesetz verbietet, Nester zu beschädigen oder zu entfernen. Die Stadt Wien empfiehlt Gehölzschnitte daher zwischen 1. Oktober und 28. Februar. Im Frühling sind höchstens kleine Korrekturen nach sorgfältiger Kontrolle auf Nester vertretbar.

Quellen

  1. März – Gartentipps – Natur im Garten
  2. April – Gartentipps – Natur im Garten
  3. Der Garten im Mai – Praktische Tipps und kreative Ideen – Natur im Garten
  4. Tomaten auspflanzen – Natur im Garten
  5. Stauden zurückschneiden – Natur im Garten
  6. Den Rasen frühlingsfit machen – Natur im Garten
  7. Frühjahrskur für den Rasen – Natur im Garten
  8. Frost zu den Eisheiligen? – GeoSphere Austria
  9. Kübelpflanzen ins Freie – DIE UMWELTBERATUNG
  10. No Mow May – weniger mähen – DIE UMWELTBERATUNG
  11. Schutzmaßnahmen für Vögel und Fledermäuse bei Baumfällungen und Schnittmaßnahmen – Stadt Wien – Umweltschutz (MA 22)

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